Die Expertenforen zum Brandschutz in Pflegeheimen

In Pflegeeinrichtungen kommt es immer wieder zu Bränden, bei denen trotz vorschriftsmäßigem Brandschutz und rechtzeitigem Eintreffen der Feuerwehr Tote und Verletzte zu beklagen sind.

Unter den Opfern sind vor allem Personen mit eingeschränkter Selbstrettungsfähigkeit.

Bisher hat der bvfa - Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. zu diesem Thema eine Vielzahl an Brandschutzsachverständigen zu zwei Experten-Foren eingeladen. 

Das 1. bvfa Experten-Forum zum Brandschutz in Pflegeheimen

Im Gespräch wurde deutlich, dass durch Sprinkleranlagen ein wirksamer Brandschutz gewährleistet werden kann. Im Fokus steht aber bei Pflegeeinrichtungen vor allem die Wirtschaftlichkeit der Anlagen, die gegeben sein muss. Aufklärung von Betreibern, Planern und auch Feuerwehren über Funktion und Wirksamkeit von Sprinkleranlagen wird ebenso stark nachgefragt wie die Information über neue Sprinklertechnologien für kleine Wohneinheiten.

Mit den Teilnehmern diskutierten Knut Czepuck, Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Norbert Reinhardt, Niederlassungsleiter Köln und Leiter des Wasserlabors bei VdS Schadenverhütung sowie Bert Wieneke, Architekt und staatlich anerkannter Sachverständiger für Brandschutz. Ziel war es, die Sicht der Baubehörden, der Prüfstelle und der Planer vorzustellen und Verbesserungsmöglichkeiten für einen effektiven Brandschutz in Pflegeeinrichtungen anzusprechen.

Das 2. bvfa Experten-Forum zum Brandschutz in sozialen Einrichtungen

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im September 2014 reifte unter Teilnehmern wie Veranstaltern die Erkenntis, dass es an Aufklärung, klaren Vorschriften und dem richtigen Verständnis für die Wirtschaftlichkeit der Löschanlagen mit dem 2. Experten-Forum fortgesetzt – mit dem erklärten Ziel, für mehr Sicherheit in den sozialen Einrichtungen zu sensibilisieren. Experten aus Politik, Verbänden und Unternehmen werden den Nachholbedarf beim Brandschutz deutlich machen und die technischen Möglichkeiten aufzeigen, mit denen sich die Sicherheitsstandards deutlich erhöhen lassen. 

Das Risiko, bei einem Brand ums Leben zu kommen, ist in Sozialen Einrichtungen sechsmal so hoch wie im Durchschnitt. Der Hauptgrund dafür liegt nach übereinstimmender Ansicht der Forumsteilnehmer in der anspruchsvollen Fremdrettung. Anknüpfend an das erste Experten-Forum war Wirtschaftlichkeit auch weiterhin ein Thema der Diskussion; Entscheidend für eine ausreichende Wirtschaftlichkeit sind nach Ansicht vieler Teilnehmer bauaufsichtliche Erleichterungen beim Einsatz von Sprinkleranlagen.

Die zahlreichen Toten und Verletzten durch Brände in Sozialen Einrichtungen sind nicht hinnehmbar, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Für den Einsatz von Sprinkleranlagen für einen besseren Schutz von Bewohnern und Personal sind dabei noch gemeinsame Anstrengungen von Behörden, Herstellern, Verbänden und Regelsetzern notwendig. Nur so werden Sprinkler auch in Deutschland nicht nur für den Sachschutz, sondern auch für den Personenschutz akzeptiert.

Auf dem Podium saßen Prof. Dr.-Ing. Michael Rost, Studiendekan im Fachbereich Bauwesen an der Hochschule Magdeburg-Stendal, Brandamtsrat i.R. Michael K. Biehl, Leiter des Studiengangs Vorbeugender Brandschutz an der Hochschule Kaiserslautern sowie der Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg Ltd. Branddirektor Dr. Roland Demke. Auch im vollbesetzten Plenum meldeten sich zahlreiche Brancheninsider zu Wort, darunter Brandschutzfachplaner, Feuerwehrleute, Facherrichter und Betreiber. Moderiert wurde die lebhafte Diskussion von Dr. Wolfram Krause, Geschäftsführer des bvfa und Roger Hoffmann, Leiter des AK Wohnraumsprinkler im bvfa.