Sprinkleranlagen

 

 

 

Sprinkleranlagen sind kleine Multifunktionstalente: im Erstfall erkennen sie einen Brand, beginnen unverzüglich mit den Löschmaßnahmen und alarmieren interne und externe Rettungskräfte. Dabei löschen Sprinkleranlagen nur in den Bereichen, in denen es auch tatsächlich brennt. Sprinklerköpfe außerhalb des Brandherdes bleiben geschlossen.  

 

Funktionsweise:

Die zu schützenden Gebäudeteile sind mit einem Rohrnetz aus Sprinklern durchzogen. Die Sprinkler stehen für den Ernstfall stets in Löschbereitschaft -  bleiben jedoch durch eine flüssigkeitsgefüllte Glasampulle solange geschlossen, bis die Lufttemperatur einen vorher festgelegten Schwellenwert durch Brandwärme überschreitet. Steigt die Temperatur unter dem Sprinklerkopf, dehnt sich die Flüssigkeit in der Ampulle, sprengt diese und löst somit den Sprinkler aus. Das Löschwasser wird dann über den Sprühteller gleichmäßig auf der Brandfläche verteilt.

 

Zu sehen: Ampullen eines Sprinklerkopfes (links),
Auslösung eines Sprinklerkopfes (Mitte und rechts)

 

Wasserversorgung:

Die Löschwasserversorgung des Sprinklerrohrnetzes geschieht beispielsweise über einen Druckluft-Wasserbehälter. Das Druckluftpolster dieses Behälters steht permanent an. Zudem fördert eine Sprinkler-Pumpe Löschwasser aus einem Zwischenbehälter. In der Regel sind beide Wasserversorgungen an das Betriebswassernetz oder an das öffentliche Straßenwassernetz angeschlossen.

  

Einsatzbereiche für Sprinkleranlagen sind beispielsweise:

 

  • Industriebetriebe
  • Fertigungshallen
  • Versammlungsstätten
  • Lagerräume
  • Garagen
  • Verkaufsstätten
  • Messehallen
  • Hotels
  • Krankenhäuser

Tipps zum Weiterlesen...

Qualität von Sprinkleranlagen in der Diskussion

 

Die VdS-Richtlinie CEA 4001 und deren Vorgänger VdS 2092 sind seit Jahrzehnten die Grundlage für die Installation dieser Löschanlagen. Seit Sommer 2009 steht mit der DIN EN 12845 eine weitere Norm zur Verfügung. Beide Regelwerke stellen unterschiedliche Anforderungen an die Anlage und den Errichter, was sich auf die Qualität der Anlage auswirken kann. Wie ist das eigentlich mit den „Anerkannten Regeln der Technik"? Was muss beachtet werden? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie im Brandschutz Kompakt Nr. 39.

 

Alle Ausgaben des BRANDSCHUTZ Kompakt können Sie hier einsehen und kostenlos downloaden.


Sicherheitsstandard von Sprinkleranlagen in Gefahr?

 

Experten befürchten Qualtitätsmängel, wenn Sprinkleranlagen vermehrt nach der aktuell gültigen EN 12845 errichten werden.
Sie sei veraltet und vom Stand der Technik weit entfernt. Planern und Errichtern wird empfohlen, sich weiter an die Richtlinien VdS CEA 4001 zu halten.

 

Ein Artikel von Dr. Wolfram Krause, Geschäftsführer bvfa - Bundesverband technischer Brandschutz e. V., erschienen in der SecuMedia Verlags-GmbH.


Brennpunkt "Zur Qualität von Sprinkleranlagen"

 

Weitere Informationen bietet auch der Beitrag "Zur Qualität von Sprinkleranlagen". Dieser Artikel beleuchtet den Hintergrund und die notwendigen Standards dieser Feuerlöschanlagen und bietet eine gute Ergänzung zum bereits vorgestellten bvfa-Positionspapier "Die VdS-Richtlinie CEA 4001 im Vergleich zur DIN EN 12845“.


Die populärsten Märchen über Sprinkleranlagen... ...und was in Wahrheit dahinter steckt

Solange es Sprinkler gibt, ranken sich um Funktionsweise und Eigenschaften dieser Technik zahlreiche Märchen und Mythen. Doch ganz gleich, wie oft sie auch erzählt werden, bleiben sie, was sie sind: reine Fiktion. Einige von ihnen klingen auf den ersten Blick plausibel, andere sind völlig absurd. Allen aber ist gemeinsam, dass sie nichts mit der Realität zu tun haben.

 

Das erste Märchen ist (fast) so alt wie die Sprinkler selbst: „Wenn es irgendwo brennt, gehen

sofort alle Sprinkler auf...“ Die Wahrheit: Eine Sprinkleranlage löscht selektiv. Im Brandfall öffnen nur diejenigen Sprinkler, deren Temperatur einen bestimmten Wert überschreitet. Alle anderen Sprinkler bleiben geschlossen. Etwa 80% der Brände werden mit maximal vier geöffneten Sprinklern gelöscht.

 

Das zweite Märchen ist beinahe schon Legende: „Sprinkler setzen eine Menge Wasser frei und

verursachen dadurch Wasserschäden...“ Auch das hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun:

Sprinkler öffnen konstruktionsbedingt nur beim Überschreiten der so genannten Auslösetemperatur. Wenn die gemessene Temperatur diesen Wert übersteigt, ist bereits ein Feuer ausgebrochen. Um größere Schäden zu verhindern, wird der entstehende Brandherd gezielt gelöscht – mit wesentlich weniger Wasser, als die Feuerwehr später dafür benötigen würde. In besonders sensiblen Bereichen wie Museen oder Rechenzentren empfehlen sich zudem andere Löschtechniken wie Inertgas-Löschanlagen.

 

Beim dritten Märchen handelt es sich um pure Augenwischerei: „Das größte Problem im Falle

eines Brandes ist der Rauch – und nicht die Hitze; deshalb sind Sprinkleranlagen nicht die richtige Lösung...“ Tatsächlich sind die meisten Todesopfer durch Rauch zu beklagen. Eine Sprinkleranlage bekämpft zwar nicht den Rauch – sehr wohl aber dessen Ursache: das Feuer.

Merke: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Aber: Wo kein Feuer ist, ist auch kein Rauch.

 

Auch beim vierten Märchen bleibt der Blick für die Wahrheit deutlich getrübt: „Eine Sprinkleranlage ist überflüssig, da ja im Gebäude ein Feuerlöscher vorhanden ist...“ Feuerlöscher sind dazu da, einen Entstehungsbrand zu bekämpfen – wie z.B. den brennenden Papierkorb. Vorausgesetzt, der Brandherd wird rechtzeitig entdeckt. Was aber ist außerhalb der Geschäftszeiten oder am Wochenende? Sprinkler schützen das Gebäude rund um die Uhr – auch dann, wenn niemand in der Nähe ist, der einen Feuerlöscher (richtig) bedienen kann.

 

Das fünfte Märchen ist eine Luftblase: „Für eine Sprinkleranlage muss ein größeres Löschwasserrückhaltevolumen bereitgehalten werden...“ Das Gegenteil ist der Fall: Für Objekte ohne Sprinkleranlage muss das Rückhaltevolumen für Löschwasser für einen Löschwassereinsatz der Feuerwehr unter Vollbrandbedingungen ausgelegt sein. Für Objekte mit einer Sprinkleranlage reicht hingegen das Rückhaltevolumen für den verringerten Wasserbedarf einer Sprinkleranlage aus.

 

Nichts als Schall und Rauch verbirgt sich auch hinter dem sechsten Märchen: „Sprinkler öffnen

schon, wenn jemand in der Nähe eine Zigarette raucht...“ Sprinkler reagieren aber nicht auf Zigarettenqualm, sondern nur auf die deutlich erhöhte Temperatur im Umfeld eines Brandherdes.

Eine brennende Zigarette zählt nicht dazu.

 

Das siebte Märchen hinkt der Wirklichkeit hinterher: „Sprinkler sind zu langsam, um einen Entstehungsbrand zu löschen...“ In mehr als 60% der Fälle reichen schon ein oder zwei Sprinkler, um einen Brand zu löschen. Fazit: Sprinkler lösen schon aus, bevor sich der Brand ausbreitet.

 

Das achte Märchen ist eine echte Milchmädchenrechnung: „Sprinkleranlagen sind zu teuer...“

Die Sprinkleranlage für ein Bürogebäude kostet pro Quadratmeter Grundfläche normalerweise etwa so viel wie der dort verlegte Teppichboden. Darüber hinaus können beim Einbau einer Sprinkleranlage preiswertere Baumaterialien verwendet werden. Außerdem honorieren die Versicherer den Einbau mit Prämienrabatten von bis zu 65%.

 

Alles andere als brandaktuell ist auch das neunte Märchen: „Sprinkleranlagen gefährden die Arbeitsplätze der Feuerwehr...“ Solange es Brände gibt, brauchen wir selbstverständlich auch die Feuerwehr. Für die wirklich wichtigen Aufgaben. Dort, wo eine Sprinkleranlage im Einsatz ist, wird die Feuerwehr bei ihrem Eintreffen nicht mit einem Vollbrandszenario konfrontiert und weder

durch starken Rauch noch durch herabfallende Gebäudeteile gefährdet. Daher kann sich die Feuerwehr auf ihre wesentlichen Aufgaben konzentrieren: Menschen retten und evakuieren.

 

Märchen Nummer zehn: „Wir brauchen keine Sprinkleranlage, denn bei uns brennt es sowieso

nicht...“

„Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“ (Verwaltungsgericht Gelsenkirchen 5 K 101/85 vom 14.11.1985; Oberverwaltungsgericht Münster 10 A

363/86 vom 11.12.1987)

Die populärsten Märchen über Sprinkleranlagen... und was in Wahrheit dahinter steckt

 

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