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Aktuelles zum Thema "Brandschutz in sozialen Einrichtungen"

Eine Tote und sieben Verletzte bei Brand in einem Seniorenheim in Frankfurt/Main am 14.04.2017

Aus bisher ungeklärter Ursache war im Zimmer einer 69-jährigen Bewohnerin eines Altenzentrums der jüdischen Gemeinde ein Brand ausgebrochen. Die Bewohnerin kam bei dem Brand ums Leben, sieben weitere Personen wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung vor Ort  behandelt. Der entstandene Sachschaden liegt bei ungefähr 100 000 Euro. 

 

Zwei Tote bei Bränden in Seniorenheimen in Meerane und Bonn am 26.12.2016

Bei einem Brand, der in einem Zimmer im ersten Stock des Seniorenheims in Meerane ausbrach, ist ein 85-jähriger Bewohner ums Leben gekommen. Acht Heimbewohner und drei Mitarbeiter wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser gebracht, drei Personen wurden direkt vor Ort ambulant behandelt. Brandursache war eine Zigarette, die der 85-jährige in seinem Zimmer geraucht hatte.
In einem Bonner Seniorenheim starb ein 88 Jahre alter Mann aufgrund einer Rauchgasvergiftung. Das Feuer ist aus ungeklärter Ursache im Wohnzimmer des Bewohners ausgebrochen.

 

81-jähriger Mann stirbt bei Brand in einem Seniorenheim in Bonn-Kessenich am 17.12.2016

Bei einem Brand in einer Wohnanlage für betreutes Wohnen in Bonn-Kessenich ist am Samstagabend 17.12.16 ein 81-jähriger Mann gestorben. Vier weitere Bewohner wurden mit zum Teil schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Durch das Feuer wurde das gesamte zweite Obergeschoss der Anlage unbewohnbar. Die Brandursache war ein Gegendstan, der sich an einer Herdplatte entzündete, die ein Bewohner vergessen hatte auszuschalten.

 

88-jähriger Mann stirbt bei Brand in einem betreuten Wohnpark in Lurup am 11.12.2016

Bei einem Brand in einem betreuten Wohnpark in der Luruper Hauptstraße ist ein 88-jähriger Mann ums Leben gekommen. Die Küche der Wohneinheit hatte aus bisher unbekannten Gründen gebrannt. Die Rettungkräfte konnten den Mann noch lebend aus seinem Bett im Schlafzimmer bergen, er verstarb aber kurze Zeit später.

 

74-jähriger Bewohner stirbt bei Feuer im Seniorenheim in Werne am 06.12.2016

Bei einem Feuer im Werner Seniorenzentrum St. Antonius ist am frühen Dienstagabend 06.12.16 ein 74-jähriger Bewohner gestorben, ein weiterer Mann, der versucht hatte, den Senioren zu retten, wurde durch den Rauch verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass der Rentner im Bett geraucht hat und das Bett sich entzündet hat. Ein Fremdverschulden und einen technischen Defekt schließen die Brandsachverständigen aus.

 

95-jährige Bewohnerin stirbt bei Feuer in Neuruppiner Seniorenheim am 17.11.2016

In der oberen Etage eines Seniorenheims in der Sonnenallee war vermutlich aufgrund unsachgemäßen Umgangs mit offenem Feuer ein Brand ausgebrochen. Das Zimmer brannte völlig aus. Eine 95-jährige Bewohnerin starb, eine weitere wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert.

 

69-jährige Frau stirbt bei Feuer in Osterholzer Seniorenheim am 28.10.2016
Aus unbekannter Ursache haben Einrichtungsgegenstände gebrannt, die 69-jährige Bewohnerin des Zimmers konnte nur noch tot geborgen werden. Ein Pfleger wurde mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation in eine Krankenhaus gebracht. 

56-Jähriger stirbt bei Brand in Duisburger Altenheim am 13.10.2016
Der Bewohner erlitt bei dem Brand, dessen Ursache noch ungeklärt ist, schwere Brandverletzungen und wurde notärztlich behandelt. Für den Mann kam jedoch jede Hilfe zu spät, er erlag seinen Verletzungen. 

 

Ein Brandopfer in Altenheim in Bakum am 10.09.2016

Der 72 Jahre alte Mann ist in einer Klinik seinen Verletzungen erlegen. Das Feuer war in einem Zimmer im zweiten Stock des Seniorenheims ausgebrochen. Ein weiterer Bewohner wurde lebensgefährlich, zehn weitere Menschen im Alter von 65 bis 90 Jahren wurden leicht verletzt. Insgesamt hatten sich rund 50 Bewohner in dem Pflegeheim aufgehalten.


In Görlitz stirbt eine Bewohnerin eines Seniorenheims am 02.08.2016

in einem Zwei-Personen-Zimmer im obersten Geschoss des Pflegeheimes ist aus unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Für eine 73-jährige Bewohnerin des betroffenen Zimmers kam jede Hilfe zu spät. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Ihre 82-jährige Bettnachbarin erlitt schwere Brandverletzungen, ihr Zustand ist derzeit kritisch.


Ein Toter im Seniorenheim in Hagen am 21.07.2016

Bei einem tragischen Unglück ist am Donnerstagmittag ein Bewohner des Seniorenzentrums in Hagen-Helfe ums Leben gekommen. Sein Rollstuhl hatte Feuer gefangen. Der erst 58 Jahre alte Mann erlitt Verbrennungen dritten Grades und offenbar auch eine Rauchgasvergiftung.

87-Jähriger ist am 02.05.2016 bei einem Brand in einem Dortmunder Seniorenheim ums Leben gekommen.

Das Feuer war in der Wohnung des Mannes in der zweiten Etage ausgebrochen. 20 Bewohner der Etage wurden evakuiert, zwei weitere Personen zogen sich eine Rauchvergiftung zu und wurden entsprchend behandelt.   

Zwei Tote in Görlitz am 27.03.2016

Bei einem Brand in einer Görlitzer Seniorenresidenz sind in der Nacht zum Ostersonntag zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 87-jähriger Mann, in dessen Wohnung das Feuer ausgebrochen war, konnte nur noch tot geborgen werden. Eine 74-jährige Frau wurde in ihrer Wohnung noch reanimiert, starb aber später im Krankenhaus vermutlich an einer Rauchgasvergiftung. Die Brandursache ist unklar.


In Höchstadt stirbt der Bewohner eines Pflegeheims am 03.01.2016

Beim Anzünden einer Kerze griff deren Flamme auf die Kleidung des 87-jährigen Bewohners über. Mitarbeiterinnen des Pflegepersonals löschten den brennenden Mann, der später seinen schweren Verletzungen erlag.


Bewohnerin eines Seniorenheims in Heidelberg erliegt Ihren schweren Verletzungen am 28.12.2015

Die Glut einer Zigarette hat am 28.12.2015 einen Sessel, auf dem die Seniorin saß in Brand gesteckt und dann auf die Kleidungsstücke der gebehinderten Frau übergegriffen. Die Seniorin wurde mit schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik gebracht in der sie am Montagabend ihren schweren Verletzungen erlag.
 

In Großenhain stirbt die Bewohnerin enes Pflegeheims am 21.12.2015

Im Erdgeschoss des Betreuten Wohnens war aus ungeklärter Ursache in einer Wohnung das Feuer ausgebrochen. Die Bewohnerin konnte nur noch tot geborgen werden. 15 weitere Personen wurden evakuiert.
 

Bei einem Zimmerbrand in einem Seniorenheim in Berlin-Wannsee ist ein Mann ums Leben gekommen

Der Brand war laut Feuerwehr aus unbekannter Ursache am frühen Nachmittag des 21.11.2015 ausgebrochen. 

Feuerwehrleute konnten den 72jährigen noch aus seinem Zimmer retten, die sofort eingeleiteten Reanimationsversuche blieben aber erfolglos. Sieben Bewohner wurden vor Eintreffen der Feuerwehr durch das Heimpersonal in Sicherheit gebracht. 

 

56-Jähriger erliegt seinen schweren Verletzungen nach Brand am 14.11.2015 in einem Seniorenheim in Gelsenkirchen

Gegen 0.15 Uhr morgens rückte die Feuerwehr zu einem Brand in einer Souterrainwohnung im Seniorenheim aus. Der Bewohner der betroffenen Wohnung wurde geborgen, durch Notarzt und Rettungsdienst medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

 

58-Jähriger erlag seinen schweren Brandverletzungen
Nach einem Zimmerbrand aus bisher ungeklärter Ursache, wurde am Abend des 23.10. ein Bewohner des Seniorenheims in Bischoffen mit lebensbedrohlichen Verbrennungen geborgen. Der Verletze wurde in eine Spezialklinik gebracht, erlag aber am Samstagmorgen seinen schweren Verletzungen. Wegen des Einatmens von Rauchgas mussten zwei Ersthelfer und zwei Bewohner ambulant behandelt werden.

 

74-Jähriger verstarb nach einem Brand in einem Goslarer Seniorenheim

In einem Seniorenheim in Goslar ist am Sonntag ein 74 Jahre alter Bewohner bei einem Brand ums Leben gekommen und drei weitere Bewohner wurde verletzt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte der Mann das Feuer mit einer Zigarette selbst verursacht. Der Mann konnte das Zimmer nicht mehr rechtzeitig verlassen und starb noch vor Ort. Der Brand konnte gelöscht werden, bevor er auf andere Zimmer übergreifen konnte. 

 

79-Jährige in Düsseldorfer Senioren- und Pflegeheim erlag ihren Brandverletzungen

Am 29.07. wollte eine Bewohnerin der sozialen Einrichtung in Düsseldorf auf dem Flur eine Zigarette rauchen und steckte sich dabei versehentlich selbst in Brand. Ein Pfleger bemerkte das Feuer und erstickte die Flammen auf der Kleidung der Frau mit einem Pulverlöscher. Die Seniorin wurde in eine Spezialklinik gebracht, erlag aber wenig später ihren schweren Verletzungen. Das Personal des Pflegeheims stand unter Schock, der Pfleger erlitt Verbrennungen.  

 

Ein 84-Jähriger ist bei einem Brand in einem Seniorenheim in Fürth getötet worden.

Bei einem wahrscheinlich durch eine glimmende Zigarette ausgelösten Zimmerbrand ist in einem Seniorenheim in Fürth ein Mann ums Leben gekommen. Ausgelöst wurde der Brand durch eine glimmende Zigarette. Drei Pflegerinnen und zwei Bewohnerinnen erlitten bei dem Feuer Rauchgasvergiftungen, 20 weitere Personen mussten ambulant versorgt werden. Als die Rettungskräfte vor Ort eintrafen, kam jede Hilfe für den 84jährigen zu spät. 

 

Bei einem Feuer in einem Pflegeheim in Berlin ist am 1.7.2015 ein 89-jähriger Mann gestorben.

In einer Wohnung im fünften Stock des Hinterhauses eines Pflegeheims in der Sonnenallee war ein Brand ausgebrochen. Das Feuer war in ganz Neukölln zu sehen, eine riesige Rauchwolke stand über der Sonnenallee. Die Flammen schlugen auf das Dach über, rund 120 Quadratmeter Dachstuhl brannten. Der 89-jährige Bewohner der Wohnung konnte nur noch tot geborgen werden. Laut Polizei mussten vier Bewohner des Heims mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. Außerdem wurden fünf Polizisten verletzt, zwei davon mussten sich in ambulante Behandlung begeben. 104 Bewohner mussten evakuiert werden; sie verbrachten die Nacht in einer Notunterkunft.

 

76-Jährige stirbt in Hannover nach einem Brand am 24.06.2015 in einem Seniorenheim

Nach einem Brand im Seniorenheim "Stift zum Heiligen Geist" im hannoverschen Stadtteil Bult erlag  eine Frau ihren schweren Brand-Verletzungen. Die Feuerwehr hatte die 76-jährige Bewohnerin des Zimmers, in dem das Feuer ausgebrochen war, sowie neun weitere Personen zunächst gerettet. Für die Frau kam jedoch die Hilfe zu spät, sie verstarb später im Krankenhaus. Offenbar hatte sie eine brennende Zigarettenkippe unachtsam liegen lassen oder entsorgt. Der Personal hatte vergeblich versucht, das Feuer zu löschen. Als die Feuerwehr eintraf, stand das Zimmer im Vollbrand.

 

Aufgrund eines Zimmerbrandes verstirbt am 7. Juni 2015 ein Bewohner eines Pflegeheimes.

Ein Toter ist die Bilanz einer fahrlässigen Brandstiftung im Ostrhauderfehner Pflegeheim. Der Brand wurde durch eine glimmende Zigarette verursacht, der 44-jährige Bewohner starb noch in seinem Zimmer an einer schweren Rauchvergiftung. 49 Frauen und Männer, darunter 6 Angestellte, waren von der Feuerwehr evakuiert worden. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

  

Feuer in einem Saarbrücker Altenheim; am 28.04.2015 kam ein Mensch ums Leben.
Ein Toter und 22 Verletzte, das ist die Bilanz eines Brandes in einem Saarbrücker Altenheim am 28.04.2015. Bemerkt wurde das Feuer um 12:30 Uhr, aufgrund des starken Rauchs wurde die Feuerwehr alarmiert. Ein Mitarbeiter des Altenheims entdeckte auf einem Balkon den in Flammen stehenden Bewohner. Notarzt und Rettungsdienstpersonal versuchten dem 59jährigen zu helfen. Aufgrund seiner schweren Brandverletzungen verstarb er jedoch noch am Unfallort. 22 weitere Personen wurden verletzt, 13 davon mussten ins Krankenhaus. Brandermittler nahmen kurz nach dem Löscheinsatz ihre Arbeit auf, Experten der Spurensicherung suchten nach Hinweisen. Die Ursache des Feuers ist bisher noch unklar.

 

80-Jähriger erliegt seinen schweren Verletzung nach Brand am 03.04.2015 in Pflegeheim in Geretsried

Um 5.10 Uhr morgens wurde die Feuerwehr durch den Alarm einer Brandmeldeanlage zum Brandort gerufen. Der Bewohner konnte mit schwersten Verletzungen aus seinem völlig verqualmten Zimmer geborgen werden. Er verstarb wenige Tage später. Die Brandursache wird sich nicht mehr klären lassen. Die Polizei vermutet, dass der Bewohner das Feuer durch eine brennende Zigarette oder Kerze selbst verursacht hat. Auf einen technischen Defekt gebe es keine Hinweise. 

 

In Göppingen stirbt am 26.03.2015 in einem Seniorenheim eine 78 jährige Bewohnerin durch einen Wohnungsbrand

Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist bislang ungeklärt. Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Feuer bereits erloschen. Für die leblos in der stark verrauchten Wohnung liegende Bewohnerin kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. 

 

97-Jährige stirbt nach einem Brand am 24.03.2015 in ihrer Wohnung im Seniorenheim 

In einem Seniorenheim in Bad Windsheim kam es am Abend zu einem Brand aus noch ungeklärter Ursache. Die Bewohnerin konnte zwar von den Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden, starb aber im Krankenhaus an schwersten Brandverletzungen. 


2. bvfa Experten-Forum zum Brandschutz in Sozialen Einrichtungen

RÜCKBLICK

 

Scheitert Brandschutz an der Altersgrenze?

Wirksamer Brandschutz in sozialen Einrichtungen

 

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im September 2014 reifte unter Teilnehmern wie Veranstalter die Erkenntis, dass es an Aufklärung und dem richtigen Verständnis für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen mangelt. Auf der Interschutz wurde die Diskussion zum Thema „Brandschutz in Senioren- bzw. Pflegeeinrichtungen“ fortgesetzt – mit dem erklärten Ziel, für mehr Sicherheit in den sozialen Einrichtungen zu sensibilisieren. Experten aus Politik, Verbänden und Unternehmen werden den Nachholbedarf beim Brandschutz deutlich machen und die technischen Möglichkeiten aufzeigen, mit denen sich die Sicherheitsstandards deutlich erhöhen lassen.

 

Auf dem Podium saßen Prof. Dr.-Ing. Michael Rost, Studiendekan im Fachbereich Bauwesen an der Hochschule Magdeburg-Stendal, Brandamtsrat i.R. Michael K. Biehl, Leiter des Studiengangs Vorbeugender Brandschutz an der Hochschule Kaiserslautern sowie der Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg Ltd. Branddirektor Dr. Roland Demke. Auch im vollbesetzten Plenum meldeten sich zahlreiche Brancheninsider zu Wort, darunter Brandschutzfachplaner, Feuerwehrleute, Facherrichter und Betreiber. Moderiert wurde die lebhafte Diskussion von Dr. Wolfram Krause, Geschäftsführer des bvfa  und Roger Hoffmann, Leiter des AK Wohnraumsprinkler im bvfa.

 

Risiko Fremdrettung

Das Risiko, bei einem Brand ums Leben zu kommen, ist in Sozialen Einrichtungen sechsmal so hoch wie im Durchschnitt. Der Hauptgrund dafür liegt nach übereinstimmender Ansicht der Forumsteilnehmer in der anspruchsvollen Fremdrettung. Dem Pflegepersonal steht für die Evakuierung von Bewohnern mit eingeschränkter körperlicher und/oder geistiger Leistungsfähigkeit nur eine äußerst knappe Zeitspanne zur Verfügung. Die Feuerwehr kann je nach örtlicher Verfügbarkeit erst nach mindestens 10 bis 13 Minuten unterstützend eingreifen. Für die Bewohner des Brandraumes oder angrenzender Bereiche kommt dabei insbesondere bei schneller Brand- und Rauchausbreitung oft jede Hilfe zu spät.

Sprinkleranlagen könnten das Pflegepersonal bei der Evakuierung wirkungsvoll unterstützen, da sie einen Brand aktiv bekämpfen und damit die Brand- und Rauchausbreitung verzögern. In den USA wurde die Mortalität bei Bränden in Seniorenheimen durch den Einsatz von Sprinkleranlagen um 82 % verringert [2]. Doch die Diskussion zeigte, dass ihr Einsatz bei Betreibern und Behörden in Deutschland noch auf Vorbehalte stößt.

 

Wirtschaftlichkeit und Brandschutz

Zusätzliche Brandschutzmaßnahmen im Pflegebereich dürfen nicht zu Lasten der Wirtschaftlichkeit gehen, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Die VdS-Richtlinie 2896 [3] und die speziell darauf abgestimmten Lösungen der Hersteller wurden als erster Schritt gesehen, Sprinkleranlagen auch in Pflege- und Seniorenheimen kostengünstig einzubauen und zu betreiben. Angemahnt wurden weitere Anpassungen der VdS 2896, z. B. durch das Ermöglichen eines Teilschutzes für besonders gefährdete Bereiche. Die Hersteller wurden aufgefordert, ihre Systeme für den Wohn- und Pflegebereich weiter in Richtung „Volkssprinkleranlage“ zu entwickeln. Klar wurde bei der Diskussion allerdings auch: Zusätzliches Personal für die Evakuierung vorzuhalten, ist für viele Betreiber nicht wirtschaftlich.

 

Kompensation tut not

Entscheidend für eine ausreichende Wirtschaftlichkeit sind nach Ansicht vieler Teilnehmer bauaufsichtliche Erleichterungen beim Einsatz von Sprinkleranlagen. Hier bestehe allerdings großer Handlungsbedarf des Gesetzgebers. Lediglich in Nordrhein-Westfalen [4] können in Pflegeheimen andere Brandschutzmaßnahmen reduziert werden, wenn selbsttätige Feuerlöschanlagen eingesetzt werden. So kann beispielsweise auf Freilauftürschließer verzichtet werden. Die Teilnehmer regten die die Aufnahme weiterer Erleichterungen an, insbesondere bei baulichen Brandschutzmaßnahmen. Idealerweise sollte der Einbau einer Sprinkleranlage für den Betreiber insgesamt kostenneutral bleiben. 

 

Unklare Vorschriftenlage

Ein weiterer Grund für die mangelnde Akzeptanz ist nach Ansicht der Teilnehmer auch das Fehlen einheitlicher Regelungen. So fordere das Grundsatzpapier Entrauchung der Fachkommission Bauaufsicht zwar, dass (in Sonderbauten) die Fremdrettung vor dem Eintreffen der Feuerwehr abgeschlossen sein soll [5], sage aber nichts über die Umsetzung aus. In den Bauordnungen der Länder seien dazu nur wenige und voneinander abweichende Hinweise zu finden. Speziell zum Einsatz von selbsttätigen Löschanlagen werden nur in der Bauordnung von NRW bauaufsichtliche Anforderungen benannt [4]. Diskutiert wurde auch, Pflegeeinrichtungen ab einer bestimmten Anzahl von Bewohnern mit einer hohen Pflegestufe als Sonderbau einzustufen. Die Ersteller von Brandschutzkonzepten wurden aufgefordert, individuell zugeschnittene Evakuierungskonzepte standardmäßig mit aufzunehmen. 

 

Vorurteile gegen Sprinkler

Aus einigen Beiträgen der Forumsbesucher wurde erkennbar, dass auch bei Fachleuten noch viele Vorurteile bzw. Fehlinformationen über Sprinkler im Umlauf sind. Sprinkleranlagen können durchaus nur um einen eng begrenzten Bereich um den Brandherd auslösen und nicht, wie immer wieder behauptet wird, flächendeckend. Auch das immer wieder ins Feld geführte zeitverzögerte Ansprechen von Sprinklern wurde durch ein spontan gezeigtes Brandversuchsvideo widerlegt. Dort löscht ein schnellauslösender Sprinklerkopf („Wohnraumsprinkler“) einen klassischen Papierkorbbrand bereits nach 50 Sekunden. Hersteller und Verbände sind deshalb aufgefordert, noch stärker als bisher alle Baubeteiligten zu informieren, damit diese eine sachorientierte Entscheidung für den Einsatz von Sprinkleranlagen treffen können. 

 

Fazit

Die zahlreichen Toten und Verletzten durch Brände in Sozialen Einrichtungen sind nicht hinnehmbar, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Für den Einsatz von Sprinkleranlagen für einen besseren Schutz von Bewohnern und Personal sind dabei noch gemeinsame Anstrengungen von Behörden, Herstellern, Verbänden und Regelsetzern notwendig. Nur so werden Sprinkler auch in Deutschland nicht nur für den Sachschutz, sondern auch für den Personenschutz akzeptiert.

 

Bild unten Experten-Forum auf der Interschutz; v.l.n.r.: Dr. Roland Demke, Michael K. Biehl, Prof. Michael Rost, Dr. Wolfram Krause, Roger Hoffmann

 

 


1. bvfa Experten-Forum zum Brandschutz in Pflegeheimen

RÜCKBLICK

 

Wenn Brände die Schwächsten treffen

Das 1. bvfa Experten-Forum zu Brandschutz in Pflegeeinrichtungen

 

In Pflegeeinrichtungen kommt es immer wieder zu Bränden, bei denen trotz vorschriftsmäßigem Brandschutz und rechtzeitigem Eintreffen der Feuerwehr Tote und Verletzte zu beklagen sind. Unter den Opfern sind vor allem Personen mit eingeschränkter Selbstrettungsfähigkeit. Am 24. September 2014 trafen sich daher im Wirtschaftsclub Ruhr-Zirkel in Essen mehr als  20  Brandschutzsachverständige auf Einladung des bvfa - Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. zum 1. Experten-Forum. Im Gespräch wurde deutlich, dass durch Sprinkleranlagen ein wirksamer Brandschutz gewährleistet werden kann. Im Fokus steht aber bei Pflegeeinrichtungen vor allem die Wirtschaftlichkeit der Anlagen, die gegeben sein muss. Aufklärung über Funktion und Wirksamkeit von Sprinkleranlagen wird ebenso stark nachgefragt wie die Information über neue Sprinklertechnologien für kleine Wohneinheiten. 

 

Mit den Teilnehmern diskutierten Knut Czepuck, Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Norbert Reinhardt, Niederlassungsleiter Köln und Leiter des Wasserlabors bei VdS Schadenverhütung sowie Bert Wieneke, Architekt und staatlich anerkannter Sachverständiger für Brandschutz. Ziel war es, die Sicht der Baubehörden, der Prüfstelle und der Planer vorzustellen und Verbesserungsmöglichkeiten für einen effektiven Brandschutz in Pflegeeinrichtungen anzusprechen. 

 

Löschanlagen bieten zusätzlichen Schutz

Einig waren sich alle Beteiligten über die Wirksamkeit von selbsttätigen Löschanlagen, beispielsweise Sprinklersystemen. Sie bekämpfen einen Brand aktiv, verzögern die Brandausbreitung und wirken so einer Verrauchung entgegen. „Das Pflegepersonal wird damit wirksam bei der Evakuierung gefährdeter Bewohner unterstützt“, meint Architekt Wieneke. Dr. Reinhold Herbst, Technischer Fachreferent Sprinkler beim bvfa, verweist auf die guten internationalen Erfahrungen: „Mehrjährige Untersuchungen in den USA belegen, dass die Zahl der Todesfälle in gesprinklerten Wohn- und Pflegeheimen um drastische 88% gesenkt werden konnte.“ In Deutschland würden jedoch viele Betreiber aus Kostengründen auf einen Einbau verzichten, zumal selbsttätige Löschanlagen für Pflegeeinrichtungen nicht vorgeschrieben seien. 

 

Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein

 Ziel müsse es daher sein, den Einbau von Löschanlagen in Pflegeeinrichtungen durch den Nachweis der Wirtschaftlichkeit zu fördern. Insbesondere die Kompensation anderer materieller Brandschutzforderungen durch Löschanlagen biete hier vielversprechende Ansätze. NRW hat bereits 2011 in einer Richtlinie über den Bau und Betrieb von Pflege- und Betreuungseinrichtungen explizit solche Erleichterungen festgeschrieben, z. B. bei der feuerbeständigen Ausführung von Bauteilen und der Größe von Brandabschnitten oder bei wohngruppenorientierten Einrichtungen der Verzicht auf Freilauftürschließer. „Die Richtlinie setzt auf Freiwilligkeit und nicht auf Zwang. Die Betreiber von Pflegeeinrichtungen waren bei der Erstellung mit einbezogen“, erläutert Ministerialrat Czepuck die Entstehung der Richtlinie, auf die seinen Angaben nach zunehmend auch in anderen Bundesländern Bezug genommen wird.

 

Norbert Reinhardt verwies darauf, dass in der VdS-Richtlinie 2896 „Sprinkleranlagen für Wohnbereiche“, die auch für Pflegeeinrichtungen anwendbar ist, bereits jetzt geringere Anforderungen als in industriellen Anwendungen gestellt werden. So seien die geforderten Betriebszeiten der Sprinkleranlagen kürzer und der Anschluss an das Trinkwassernetz über eine Trennstation möglich. Vielen Teilnehmern war nicht bekannt, dass es seit kurzem an die speziellen Anforderungen in kleinen Pflegeeinheiten angepasste technische Lösungen gibt. Diese sind sehr kostengünstig und ohne großen Aufwand einzubauen. 

 

Aufklärung ist notwendig

Trotz vielversprechender Ansätze bleibt nach übereinstimmender Ansicht der Teilnehmer noch viel zu tun. Intensiv diskutiert wurden der Einsatz von Kunststoffrohren, der Einsatz verdeckter Sprinkler, weitere bauaufsichtliche Erleichterungen sowie eine weitere Vergrößerung der maximal zulässigen Gesamt-Schutzfläche. Auch eine weitere Aufklärung von Betreibern, Planern und auch Feuerwehren über Funktion und Wirtschaftlichkeit von Löschanlagen sei erforderlich. „Sprinkler lösen nicht etwa flächendeckend, sondern lediglich in einem eng begrenzten Bereich um den Brandherd aus. Diese Tatsache ist selbst vielen Fachleuten nicht immer geläufig“, sieht auch bvfa-Geschäftsführer Dr. Wolfram Krause hier Handlungsbedarf.

 

v.l.n.r: Roger Hoffmann (Obmann AK Wohnraumsprinkler im bvfa), Knut Czepuck, Bert Wieneke, Norbert Reinhardt

 


Besondere Herausforderung: Brandschutz in sozialen Einrichtungen

Wenn es brennt, zählt jede Sekunde: Um einer tödlichen Rauchvergiftung zu entkommen verbleiben ab Brandausbruch nur wenige Minuten. Ein erschreckend kurzer Zeitraum, der vor allem behinderten und älteren Menschen zum Verhängnis werden kann.

 

Soziale Einrichtungen bergen bei einem Brand ein besonders hohes Gefahrenpotential: Im Notfall müssen in kürzester Zeit eine Vielzahl von Bewohnern, mit eingeschränkter körperlicher und/oder geistiger Leistungsfähigkeit, in Sicherheit gebracht werden. Die Berichterstattung in den Medien macht jedoch deutlich, dass dies nicht immer gelingt. Die Ursachen dafür sind, wie die Brandursachen selbst, vielschichtig.

 

Pflegepersonal als Ersthelfer

Bewohner von sozialen Einrichtungen können sich in der Regel bei einem Brand nicht selbst retten. Bedingt durch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit sind sie auf die Hilfe Dritter angewiesen. So wird das Pflegepersonal zum Ersthelfer – gleichzeitig aber auch zum möglichen Opfer. Gibt es zum Zeitpunkt des Brandes einen personellen Notstand, ist dies besonders katastrophal. Hinzu kommt, dass das richtige Verhalten im Brandfall gelernt sein will, also regelmäßig Brandschutzschulungen im Vorfeld vorgenommen werden sollten und auch Fluchtwege bekannt sind.

 

Retten–Löschen–Bergen–Schützen

Getreu dem Feuerwehr-Motto steht bei einem Brandeinsatz das ´Retten´ an erster Stelle. Das kann im Fall eines Brandes in Sozialen Einrichtungen kompliziert und damit zeitaufwendig sein. Beispielsweise dann, wenn für die Rettung bestimmte medizinische Maßnahmen notwendig sind. Dies hat zur Folge, dass sich während des Einsatzes das Löschen verzögert und somit eine große Gefahr für Retter und die zu Rettenden entsteht.

 

Potential für Brandschutz vorhanden

In vielen Seniorenwohnheimen ist neben einer Alarmierungsanlage für das Personal auch eine Brandmeldeanlage vorhanden. So kann der Brand in kürzester Zeit an die örtliche Feuerwehr gemeldet werden. Dennoch vergeht von der Meldung bis hin zum Eintreffen der Feuerwehr wertvolle Zeit. Zeit, in der sich Feuer und Rauch unkontrolliert ausbreiten können – und den Rettungserfolg minimieren. So könnten Sprinkleranlagen Brände rechtzeitig eindämmen/löschen und im Brandfall ein wertvolles Zeitpolster für die Retter sein. Gesetzlich vorgeschrieben sind Brandmeldeanlagen oder selbsttätige Löschanlagen aber nicht.

 

Der Gesetzgeber in der Pflicht

Eine Musterrichtlinie für Gebäude/Nutzungseinheiten für Personen mit Pflegebedürftigkeit oder Behinderung ist in Deutschland bisher nicht vorhanden. Nur die Bauordnung (BauO) von Nordrhein-Westfalen hat als besondere Verwaltungsvorschrift bauaufsichtliche Anforderungen mittels Feuerlöschanlagen benannt. Danach können andere Brandschutzmaßnahmen reduziert werden, wenn selbsttätige Feuerlöschanlagen wie beispielsweise Sprinkler, eingesetzt werden.
 
Bundesländer wie Hessen, Rheinland Pfalz und das Saarland besitzen Regelungen bzw. Empfehlungen bezüglich Pflegeheimen. Der Begriff "selbsttätige Löschanlage" ist darin jedoch nicht vertreten. Die übrigen Bundesländer haben keine Regelungen für diese Nutzungen. Die genannten Regelungen (außer NRW) empfehlen zwar eine Vielzahl an passiven Brandschutzmaßnahmen sowie nichtautomatischen Löscheinrichtungen, wie Feuerlöscher und Wandhydranten. Ein aktives System zur Brandbekämpfung - und damit zur Reduzierung von Rauch und Feuer – wird aber nicht benannt.

 


Deutscher Feuerwehrverband (DFV): Politische Agenda zur Bundestagswahl 2013

Auch der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) fordert in seinem Grundsatzpapier folgendes: „Pflege- und Betreuungseinrichtungen sind konsequent einheitlichen, zeitgemäßen Brandschutzstandards zu

unterwerfen, die eine auf die zuständige Feuerwehrleitstelle aufgeschaltete Brandmeldeanlage und

ggf. auch eine Sprinkleranlage beinhalten.“

 

(DFV, Politische Agenda zur Bundestagswahl 2013, S.12)

Brände in sozialen Einrichtungen - ein Überblick

In der vom bvfa erstellten Tabelle erhal- ten Sie einen Überblick über Brände in sozialen Einrichtungen in 2012-2016 (Deutschland):

 

(Aktualisiert am 25.04.2017)
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Brandschutz in sozialen Einrichtungen

Auszug aus dem BrandschutzKompakt Nr. 51
Download


Die neue AGBF-Richtlinie "Brandschutztechnische Anforderungen an Einrichtungen zum Zwecke der Pflege oder Betreuung von Personen mti Pflegebedürftigkeit oder Behinderung (2013-1)" steht auf der Homepage der AGBF Bund unter Arbeitskreise und Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz zum Download bereit.


Sprinkleranlagen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Auszug aus FeuerTRUTZ - Das Magazin 06/2014 (S.48 f)

 

Die Technische Regel VdS 2896:2013-07 vereinfacht den Einsatz von Sprinkleranlagen zum Personenschutz. Dies ist besonders für die Pflegeeinrichtungen wichtig. Bislang werden in Deutschland Sprinkleranlagen nicht zum Personenschutz eingesetzt.

 

Artikel von Bert Wieneke

Anlagentechnischer Brandschutz
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