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Brand in Titisee-Neustadt - Sprinkleranlagen gefordert

Die Ursache für das verheerende Feuer in der Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt war ein Gasofen. 

In dem dreigeschossigen Gebäude sind am 26.11.2012 14 Menschen ums Leben gekommen. Neun Personen wurden schwer verletzt. Der Vorstand der Deutschen Hospizstiftung, Eugen Brysch, erneuerte seine Forderung nach Sprinkleranlagen in sozialen Einrichtungen. 

 

Der Brand in Titisee-Neustadt hat gezeigt, worauf der bvfa immer wieder hinweist: wenn mehrere ungünstige Komponenten beim Ausbruch eines Feuers zusammenkommen, kann das verheerende Folgen haben: rasend schnell sich ausbreitendes Feuer, dadurch sehr schnell verrauchte Räume und Fluchtwege. Und Personen, die im Notfall nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen.


Was war geschehen?

Gegen 14.00 Uhr brach das Feuer aus, das schnell auf den Dachstuhl des Gebäudes übergriff. Die Brandmeldeanlage alarmierte die Feuerwehr. Nach sechs Minuten waren die ersten Feuerwehrleute an der Werkstatt. Dichter Rauch umgab schon da das Gebäude. Die behinderten Menschen gerieten in Panik.

 

Brandursache?

Ausströmendes Gas aus einem Ofen entzündete sich, verpuffte und verursachte das Feuer. Dieses breitete sich rasend schnell aus, infolgedessen entwickelte sich rasch dichter Rauch. 14 Menschen starben.

 

Brandschutzeinrichtungen

Das Gebäude war mit einer Brandmelde- und Entrauchungsanlage ausgestattet. Eine Sprinkleranlage fehlte. Sie ist in Behindertenwerkstätten nicht gesetzlich vorgeschrieben.

 

Sprinkleranlagen in Pflegeeinrichtungen - ja oder nein?

"Mit großer Sicherheit hätte es weniger Tote gegeben, wenn im Schwarzwald eine Sprinkleranlage vorhanden gewesen wäre", wird Florian Scharr/VdS Köln von der FAZ zitiert. So schnell wie die Sprinkleranlage anspringt, kann keine Feuerwehr vor Ort sein. In diesen Fällen kommt sie zu spät.

  

Sprinkleranlagen für soziale Einrichtungen in den nächsten 4 Jahren

Die Deutsche Hospiz Stiftung verlangte, dass soziale Einrichtungen innerhalb der nächsten vier Jahre mit Sprinkleranlagen ausgerüstet werden müssten. "Was für die deutschen Flughäfen gilt, muss gerade für Einrichtungen der Pflege- und Behindertenfürsorge gelten", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

 

Brandschutz in Behinderteneinrichtungen

In Deutschland gibt es rund 720 Behindertenwerkstätten, die mehr als 290 000 Menschen Platz bieten. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen, Günter Mosen, will laut epd alle Sicherheitsstandards in den Einrichtungen überprüfen lassen.

 

Forderung nach vernetzten Sicherheitskonzepten

Der Vize-Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Hartmut Ziebs: „Baulicher Brandschutz, Einsatzpläne der Feuerwehren und innerbetriebliche Abläufe sollen im Zusammenspiel gewährleisten, dass auch in Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen ein hoher Sicherheitsstandard herrscht. Menschen mit Behinderungen haben verlängerte Reaktionszeiten und können in Gefahrsituationen unberechenbar handeln. Dem müssen vernetzte Sicherheitskonzepte Rechnung tragen." www.dfv.org

 

Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen in sozialen Einrichtungen

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen, Günter Mosen: "Wenn so ein Unglück geschehen ist, gilt es alle Standards auf den Prüfstand zu stellen. Ich glaube, dass unsere Werkstätten alles tun, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Brandschutz und Arbeitssicherheit sind zentrale Aufgaben in der Werkstattstruktur."

www.bagwfbm.de

 

Brandschutz in Senioren- und Pflegeheimen

Selbst Lagerhallen sind besser geschützt

 Zum Brandschutz in Pflegeeinrichtungen sagt Eugen Brysch:"Selbst Lagerhallen sind besser geschützt".  Brysch ist Vorsitzender der Deutschen Hospiz Stiftung und fordert seit langem endlich einen deutlich verbesserten Brandschutz in Pflege- und Altenheimen.

 

Weder sei eine direkt zur Feuerwehr geschaltete Brandmeldeanlage vorgeschrieben noch würden bestehende Altenheime auf eine nachträgliche Verbesserung des Brandschutzes überprüft. Auch Sprinkleranlagen fehlten. In Duisburg waren zwei Altenheimbewohner  im Juli 2012 in den Flammen gestorben. Auslöser war ein Zigarillo. Im Dezember 2011 hatte es im rheinischen Willich einen Brand gegeben, bei dem in der Residenz "Servicewohnen" eine 92-jährige Frau starb. Brandursache war ein Teelicht auf einem Wohnzimmertisch. Eine Brandmeldeanlage gab es nicht. Wenige Monate zuvor war in Siegburg bei einem Altenheim-Brand ein Mensch ums Leben gekommen. 2010 hatte es in einem brennenden Stift in Würzburg fünf Tote gegeben, nachdem eine Halogenlampe Feuer gefangen hatte. Die beiden Hilfskräfte waren in der Brandnacht überfordert.

 

 



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